Covid-19 und Asthma

Wie allgemein bekannt ist, können Menschen mit einer Lungenerkrankung sich von der Maskenpflicht befreien lassen. Nun in der Theorie hört sich das recht gut an, in der Praxis sieht dies jedoch völlig anders aus.

Ich habe seit meiner Kindheit Asthma bronchiale und seit einigen Jahren eine chronische Bronchitis. Mir stehen etwa nur 55% der Atemluft einer gesunden Person zur Verfügung. Der Mund-Nasen-Schutz verringert diesen Anteil zwar nur geringfügig, aber wenn man eh nur knapp die Hälfte zur Verfügung hat, ist jeder weitere Teil eine zusätzliche Belastung, die oftmals unterschätzt wird.
Trotzdessen, allein aus Eigenverantwortung, trage ich einen Mund-Nasen-Schutz. Lediglich bei längeren Fahrten mit dem ÖVP muss ich diese zwischendurch absetzen, insbesondere an warmen Tagen und wenn die Klimaanlage im Bus/ der Bahn nicht funktioniert.
Mittlerweile merke ich darüber hinaus einen erhöhten Gebrauchs meines Notfallsprays. Vor Corona habe ich dies etwa 6 -8x pro Monat benötigt, aktuell liege ich bei 3 – 4x pro Woche.

Es wird nicht überall akzeptiert

Die Problematik fängt allerdings schon bei kleinen Sachverhalten an, welche für jeden Lungenkranken als Diskriminierung angesehen werden muss. Oftmals wird vergessen, dass nicht jeder der eine Lungenerkrankung hat ansteckend ist. Dennoch gibt es viele Geschäfte, die generell jedem mit einer Erkrankung der Atemwege, den Zugang verweigern. Ob diese nun lediglich Asthma, COPD oder ähnliches haben, ist hierbei unerheblich.

Desweiteren gibt es leider mittlerweile viele die gefälschte oder von Ärzten ausgestellte Atteste ohne einer vorliegenden Erkrankung verwenden, um keinen Mund-Nasen-Schutz tragen zu müssen.
Dies führt dazu, dass jeder der ein echtes Attest besitzt und den Generalverdacht des Betruges gerät. Eigentlich kann ich auch keinem dies vorwerfen, denn man kann ein echtes Attest nur kaum von einem unechten erkennen.

Aber wir leben in Deutschland, und hier gilt die Unschuldsvermutung. Daher ist jeder solange als Unschuldiger zu betrachten, bis das Gegenteil bewiesen ist. Das bedeutet jeder muss ein vorgelegtes Attest erst einmal als echt anerkennen. Bei Zweifel sollte er die Polizei hinzuziehen, bevor er sich der Diskriminierung schuldig macht.

Die Politik ist gefordert

An dieser Position ist die Politik gefordert, ich persönlich fordere die Gesundheitsämter auf einen bundesweit gültigen Ausweis für Allergiker und Menschen mit einer Atemwegserkrankung auszustellen, bei denen diese eindeutig nachgewiesen wurde.

Ich fordere ein Berufverbot für alle Ärzte, die Atteste austellen, ohne das eine Atemwegserkrankung zweifelsfrei nachgewiesen wurde.

Und ich forder erhebliche Bussgelder und Sozialstunden in Kliniken für Menschen mit Atemwegerkrankungen für jeden, der ein gefälschtes oder unechtes Attest verwendet.

Beitragsbild von Engin Akyurt von Pexels

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