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Darknet & Deepnet

Die Anzahl der Seiten, nach denen im Internet gesucht werden kann, ist unbegrenzt, wobei ein Schlüsselwort zu Millionen von Seiten führen kann. Allerdings sind diese Seiten nur sichtbare Seiten, und es könnte unzählige andere Seiten geben, die den Rahmen von Suchmaschinen und Browsing sprengen. Dies sind die unsichtbaren Seiten, das Darknet, Deepnet, Deep Web, Invisible Web oder Hidden Internet.

Wenn man heute etwas vom Darknet oder Deepnet hört, denkt man gleich an illegale Gruppierungen, Drogen- und Waffenhandel. Und ja, all dieses gibt es im Darknet, aber das ist noch lange nicht alles. Allerdings sollte man es sich nicht allzu leicht vorstellen, denn es gehört schon einiges an Wissen dazu um sich mal schnell nen halbes Kilo Kokain, eine unregistrierte SigSauer oder einen neuen Ausweis im Darknet zu bestellen. Es beginnt damit, dass man über ausreichend Kryptowährung, wie Bitcoin, verfügen muss und schlussendlich ist auch der Empfangsort der Ware am besten nicht die eigene Wohnung. Und natürlich gibt wie im Clearnet auch im Darknet jede Menge Betrüger. Allerdings sind nur etwa 40% der Inhalte im Darknet illegal. Der größte Anteil an Darknet-Nutzern stammt aus den USA, dicht gefolgt von Russland und Deutschland.

Ich selbst nutze recht häufig das Darknet und auch das Deepnet, um Informationen zu erhalten zu Sachgrundlagen, die mich interessieren. Denn hier weiss ich, dass ich meist mehr Hintergrundwissen erhalte als im Clearnet.

Nur im Darknet kann man sich weitestgehend geschützt bewegen, allerdings sollte man sich selbst ausreichend schützen, auch wenn der Tor-Browser schon selbst ein VPN benutzt. Ein eigener VPN von einem Anbieter nicht nicht loggen tut, ist zumindest erforderlich, wenn man sich im nicht legalem Bereich bewegen will. Hierzu gibt es allerdings von mir keinerlei Informationen.

  1. Das Clear Web: Das ist der Bereich des Internets, in dem wir shoppen, mit Freunden chatten oder Urlaubsfotos hochladen. Dieser leicht zugängliche Teil des Internets ist jedoch nur ein kleines Fragment des gesamten Netzes.
  2. Das Deep Web: In diesem mit Abstand umfangreichsten Bereich (ca. 90% des gesamten Internets) befinden sich Firmendatenbanken, Streaming-Server sowie Online-Speicher. Grundsätzlich steht das Deep Web allen offen, viele Inhalte sind jedoch geschützt um bspw. Unternehmensgeheimnisse zu schützen.
  3. Das Darknet: Dieser Raum des Internets ist ein vergleichsweise kleines Teilstück des Deep Webs. Es ist nicht auf herkömmliche Weise auffindbar, die Kommunikation wird verschlüsselt und die Urheber der Inhalte sowie seine Besucher bzw. Konsumenten wollen möglichst anonym bleiben.

Was sind Darknet und Deepnet?

In den meisten deutschsprachigen Populärmedien werden die Begriffe Darknet und Deep Web synonym verwendet. In Wirklichkeit sind Darknet und Deep Web aber keineswegs identisch. Denn das Darknet ist nur ein kleiner Teil des Deep Web.

Das gewöhnliche Internet (ClearWeb), das wir mit Google und Co. durchsuchen können, ist die Spitze des Eisbergs. Der Teil unter Wasser, der nicht von herkömmlichen Suchmaschinen erfasst wird, ist das Deep Web. Es enthält größtenteils zugangsgeschützte Bereiche wie z.B. Datenbanken, die nicht in Suchmaschinen indexiert sind. Daher sind auch keine besonderen Tools nötig, um auf Informationen des Deep Web zuzugreifen. Man muss lediglich wissen, wo die Informationen zu finden sind. Das Darknet hingegen ist wiederum nur ein kleiner Teil des Deep Web, also des im Meer schwimmenden Eisbergs. Um die Seiten des Darknets aufzurufen ist eine spezielle Verschlüsselung wie das Tor-Netzwerk notwendig, die die Anonymität beim Surfen sicherstellt. Zugangsschlüssel zum Darknet ist eine bestimmte Software (z.B. Tor) und die passende Browser-Einstellung.

Diese versteckten Seiten haben robots.txt in sich, das so eingestellt ist, dass Google und andere Suchmaschinen sie nicht im Internet indizieren können und sie somit von der Suche ausschließen. Die Arten von Websites variieren und können private persönliche Websites, Intranets, Download-Sites, Websites mit illegalen oder legalen Inhalten oder andere sein.

Die Erstellung dieser Darknet- oder Deepnet-Sites dient jedoch nicht nur dazu, die Indizierung durch Suchmaschinen zu verhindern. Da diese Sites anonym sind, weiß niemand, wem sie gehören, und während nicht indizierte Website-Besitzer dadurch verfolgt werden können, dass man überprüft auf wen der Domainnamen läuft, können bei Darknet-Sites, die das Tor-Netzwerk (The Onion Router) verwenden, die Herkunft und die Ziele der Daten nicht ohne Weiteres verfolgt werden.

Normale Browser können keine Darknet-Websites mit Domains als .onion öffnen, da es sich nicht um normale Domainnamen handelt, sondern um eine Folge von zufälligen Zeichen gefolgt von .onion. Diese Domainnamen werden von Onion für anonyme Websites erstellt, die im Onion- oder Tor-Netzwerk gehostet werden. Aus diesem Grund wissen DNS-Server nicht, was sie sind und senden Fehlermeldungen zurück, wenn sie versuchen, auf die Seiten zuzugreifen. Nur die Onion-Server wissen, wie man diese Domain-Namen auflöst.

Kann man das Darknet nicht einfach abschalten?

Das Onion Router-Netzwerk wurde ursprünglich für die anonyme Kommunikation durch das US-Militär geschaffen. Es wird immer noch zu diesem Zweck verwendet, um Regierungsdateien zu speichern, und aus diesem Grund ist es nicht möglich, das Netzwerk herunterzufahren.

Das bedeutet, dass andere Personen anonyme Websites auf .onion-Domains erstellen und hosten können, die nur über TOR-Browser und einige weitere Projekte, die TOR-Netzwerke nutzen, erreichbar sind. Der einfachste Weg in das Darknet ist der TOR-Browser.

Gibt es nur Kriminelle im Darknet?

Die Anonymität des Darknets ist nicht nur für Kriminelle interessant: Es gibt Menschen, die den Schutz des Deep Web für ihre Kommunikation benötigen. Sie teilen sensible Daten und Informationen und müssen zum Teil um ihr eigenes Leben oder das ihrer Informanten fürchten, wenn sie sich nicht im Schutz des Deep Web austauschen. Zu dieser Gruppe gehören politisch Unterdrückte oder Dissidenten, Oppositionelle aus diktaturgeführten Ländern oder Journalisten und Whistleblower. Über das Deep Web können sie auch auf Inhalte zugreifen, die ihnen im sichtbaren Netz durch politische Restriktionen nicht zur Verfügung stehen, die zensiert sind oder den Informanten in Lebensgefahr bringen würden.

Die Anonymisierung hilft Journalisten dabei, Ihre Quellen zu schützen. So konnten beispielsweise die Aktivisten des Arabischen Frühlings über das Tor-Netzwerk auf Social Media Kanäle zugreifen und ihre Informationen über die Revolution verbreiten. Und auch Whistleblower wie Edward Snowden nutzen das Deep Web, um brisante Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen.

Was wird im Darknet angeboten?

Die Studie United Nations Office on Drugs and Crime hat die Angebote im Darknet unter die Lupe genommen. Das sind die Ergebnisse:

  • Rund 62 Prozent der im Darknet verfügbaren Angebote haben mit Drogen und Medikamenten zu tun.
  • Auf Platz zwei der beliebtesten Angebote (17 %) ist alles rund um Betrug und Fälschungen.
  • Schusswaffen und Sprengstoff (1 Prozent) sowie Hacking und Malware (2 Prozent) werden vergleichsweise selten angeboten.

Das Darknet ist aber nicht nur Drogenumschlagplatz und Schwarzmarkt für Pornographie oder andere illegale Aktivitäten. Ein weiterer Vorteil des Darknets: Auch Facebook ist über Tor zugänglich. So können Menschen in Ländern, in denen Facebook verboten ist, die Social Media-Plattform nutzen.

Ist es verboten im Darknet zu surfen?

Klare Antwort: nein. Grundsätzlich surfst du auch im Darknet völlig legal. Denn letztendlich lädst du dir nur einen Browser (Tor) herunter. Aber ein Großteil der über das Darknet angebotenen Aktivitäten ist illegal. Es ist zwar für die Behörden immer noch schwer, diese zurückzuverfolgen. Doch das ändert sich. Immer öfter gelingt es den Strafverfolgern, verbrecherische Aktivitäten aufzudecken. Besonders, weil sich viele unerfahrene User ins Darknet einwählen und nicht wissen, wie sie sich schützen müssen.

Ist der Nutzer mit TOR völlig geschützt?

Der Tor-Browser und ähnliche Anwendungen anonymisieren den Weg, den die Daten nehmen. Die darüber gesendeten Daten sind trotzdem nicht zwingend sicher. Beispielsweise können Log-In-Daten, Kreditkarteninformationen oder Adressen bei der Eingabe in ein Webformular auch trotz Tor ausgelesen werden. Außerdem kann die Anonymität der Tor-Kommunikation auch aufgehoben werden, wenn jemand sich Zugriff zum Tor-Browser verschafft, denn auch dieser ist wie jede andere Software manipulierbar. Dasselbe gilt natürlich auch für Server, über die Tor die User leitet oder auf denen die Deep Web-Seiten gespeichert sind. 

Welche Suchmaschinen gibt es für das Darknet?

Diese Suchmaschinen durchsuchen das Dark Web auf versteckte Services und auf Webseiten, die auf „.onion“ enden. Darüber hinaus findet man auch diverse Linklisten, wenn man richtig sucht.

ahmia.fi

Ahima hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Ergebnisse zu Kinderpornografie aus ihren Suchergebnissen herauszufiltern und entsprechend nicht anzuzeigen. Damit zieht Ahmia.fi als eine der wenigen Deep Web-Suchmaschinen zumindest eine dünne ethische Grenze. Mit den passenden technischen Voraussetzungen lässt sich Ahimia auch als Add-On in die meisten gängigen Browser integrieren.

Torch

Die Suchergebnisse sind optisch so aufgemacht wie bei Google. Nach eigenen Angaben hat Torch über zehn Million aktive User, was nicht zuletzt an der Werbung für Torch auf der File-Sharing-Website The Pirate Bay liegt. Die Betreiber der auf .onion endenden Dienste müssen ihre Seiten aktiv in ein Verzeichnis eintragen, das dann von Suchmaschinen wie Torch, Grams und ahmia.fi durchsucht werden kann. 

Die besten Deep-Web-Suchmaschinen

Aus dem Obigen sollte hervorgehen, dass es nicht die eine Deep-Web-Suchmaschine gibt, sondern verschiedene Suchmaschinen – je nachdem, was für Informationen ihr benötigt. Im Folgenden stellen wir euch einige dieser Suchmaschinen vor:

Infomine

Infomine ist vor allem für Akademiker gedacht. Die Website greift für die Recherche auf eine große internationale Datenbank zurück – dort könnt ihr wissenschaftliche Inhalte und Veröffentlichungen in Bibliotheken aus der ganzen Welt finden.

MagPortal

Die Deep-Web-Suchmaschine MagPortal ist auf kostenlose Online-Magazinartikel spezialisiert. Ihr findet dort Artikel, News, Specials und Berichte zu so gut wie jedem Thema.

IMSLP/Petrucci Music Library

IMSLP ist die weltweit größte Datenbank mit gemeinfreien Musiknoten klassischer Komponisten. Inzwischen finden sich in der Online-Bibliotek Noten von über 440.000 Werken.

Beaucoup

Beaucoup ist eine weitere nützliche Suchmaschine – alle Informationen, die ihr dort findet, sind vollständig frei zugänglich. Thematisch ist Beaucoup sehr breit aufgestellt und bietet ein Spektrum an ganz unterschiedlichen Schwerpunkten. Praktisch: Alle Quellen der Datenbanken sind thematisch geordnet.

Searchsystems

Searchsystems ist eine Datenbank, mit der ihr amtliche und behördliche Unterlagen finden könnt. Der Schwerpunkt liegt dabei hauptsächlich auf den USA und Kanada. Trotzdem lassen sich mit Searchsystems auch für verschiedene andere Länder Informationen sammeln, darunter auch Deutschland.

The Directory of Open Access Journals

Das Directory of Open Access Journals ist eine Suchmaschine der Universität Lund in Schweden – ihr bekommt damit ein umfangreiches Verzeichnis elektronischer Fachzeitschriften aus dem Internet. Alle Artikel könnt ihr nach dem Erscheinen sofort kostenlos aufrufen.

Quellen aus dem ClearWeb:
GData, Heise, Jurpartner, BSI

Beitragsbild von Anthony Shkraba von Pexels

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