Wohnungsbau – Wie plane ich meine Elektroinstallation?

Am Anfang steht erst einmal nur der Wunsch. Heute ist es genauso wie früher, dass das erste Eigenheim oder die erste eigene Wohnung einer der grössten Wünsche eines jeden Menschens ist.
Nun ist es natürlich immer erst einmal die finazielle Lage, die geklärt sein sollte.
Wie viel Geld möchte ich investieren? Wie viel Geld habe ich überhaupt? Und kann ich irgendwo Geld einsparen?

Grundsätzlich sollte man niemals auf Fachleute verzichten, wenn man ein Eigenheim bauen lassen will. Dies fängt bei der richtigen Planung an, und hört bei den einzelnden Installationen auf.

Kalkulation

Für eine klassische elektrische Installation mit der benötigten Grundausstattung verwenden wir eine einfache Kalkulationsregel, mit der Sie die Kosten gut abschätzen können. Setzen Sie ca. 5% der Gesamtkosten für den Neubau für die elektrische Installation an. Kostet der Neubau beispielsweise 500.000 Euro, liegen die Kosten für die elektrische Installation bei etwa 25.000 Euro. Dies stellt natürlich nur einen groben Richtwert dar, aber damit ist man schon auf der sicheren Seite.

Dies ändert sich allerdings, wenn Sie auf moderne Bussysteme zurückgreifen wollen, und Ihr Eigenheim SmartHome-fähig machen wollen. Die Gesamtkosten für ein solches System lassen sich nur schwer abschätzen und sind nach oben offen. Als Richtwert sollten Sie mindestens 50 bis 100 Prozent Mehrkosten im Vergleich zu den zuvor ermittelten Kosten für die Grundausstattung mit einer klassischen Elektroinstallation als absolutes Minimum einplanen. Eine exakte Kostenermittlung ist jedoch nur möglich, wenn eine detaillierte Aufstellung Installationen bekannt ist.

Die Qual der Wahl

Hat man sich erst einmal für einen Grundriss entschieden, einen Architekten gefunden, der einem bei der Umsetzung fehlt. Fangen neben den behördlichen Grundlagen (Erschliessung, Bauantrag etc.) auch die Fragen nach dem Umpfang der Elektroinstallationen an.

Wie viele Steckdosen und Schalter benötige ich? Wo sollen diese sitzen? Welches Schalterprogramm will ich? Gira, Merten, Busch-Jäger, Jung? Plastik-, Glas- oder Metallrahmen? Will ich vielleicht sogar SmartHome-Funktionen? Wie kann ich mein neues Eigenheim am besten schützen? Bewegungsmelder, Alarmanlage, Tresore oder gar einen Panikraum?

Rauchmelder, CO2-Melder, Hitzemelder – wie schütze ich mich und meine Familie vor Feuer? Wie viele und welche Rauchmelder benötige ich nach DIN 14676? Welche Leuchten möchte ich verwenden , direkte und/oder indirekte Beleuchtung? Wo sollen die Leuchten sitzen? Kinderschutz-Steckdosen, Dreh- oder Tastdimmer, oder doch nur Aus- und Wechselschalter? Was sind Kreuzschalter, Doppelwechselschalter, Serienschalter???? ……

Ohne eine qualifizierten Elektroinstallationsbetrieb werden Sie dies nicht meistern können. Jedes gute Elektrounternehmen wird Ihnen bei all diesen und anderen Fragen behilflich sein, und vor allem auch dabei helfen alle Normen und Vorschriften einzuhalten.

Installationsplanung einer Wohnung

Die Planung

Für die Planung der Elektroinstallation müssen Sie Raum für Raum Komponenten wie Schalter, Steckdosen, Beleuchtungen, Bewegungsmelder oder Datenanschlüsse einplanen. Am besten gelingt dies, wenn Sieim Vorraus wissen, welcher Raum für was genutzt werden soll.

Nehmen Sie einen Grundrissplan Ihres Hauses und begehen Sie die Räume einzeln. Lassen Sie sich von Ihrem Architekten eine virtuelle 3D-Führung erstellen, damit Sie sich die Räume besser vorstellen können. Für jeden Raum legen Sie fest, wo Sie Licht an- und ausgeschalten wollen, wo Steckdosen benötigen oder welche weiteren Anschlüsse wie für den Fernseher, Internet und das Telefon vorhanden sein sollen. Für Räume, die noch nicht final geplant sind, können zusätzlich Leerdosen und Leerrohre vorgesehen werden. Ebenfalls einzuplanen sind Anschlüsse für Elektrogroßgeräte wie Waschmaschinen oder Herde, Kamine und Öfen. Auch gehören die Standorte für die zentralen Elemente wie Haupt- und Unterverteilungen, Satellitenempfangsanlagen oder Telekommunikationsübergabestandorte mit zur Planung. Und vergessen Sie bei der Planung nicht den Keller und die Aussenbereiche, denn auch im Garten will man ja Licht und Steckdosen haben.
Bei allen Räumen sind zudem noch die Installationszonen gemäss DIN 18015-3 und DIN 57100/VDE 100 Teil 701 (Bäder) zu beachten.

Nach DIN 18015-3 sollte die Verlegung zwar auch in Decken parallel zu Raumkanten erfolgen, doch steht dies im Widerspruch zur DIN VDE 0100-520, die in Böden und Decken die Leitungsverlegung auf dem kürzesten Weg erlaubt.

Was kann ich nun einsparen?

Die einfachste Art etwas einzusparen liegt darin, wenn Sie beispielweise die Rohbauinstallationen (unter genauer Anweisung des Elektrobetriebs) in Eigenleistung errichten oder zumindest dabei behilflich sind.

Schlitze fräsen, Schalterdosen senken und eingipsen, Leitungen verlegen u.ä. sind durchaus Leistungen, die Sie selbst erledigen können. Zugegebener Massen ist dies von den meisten Elektrofachkräften nicht gern gesehen, aber wenn Sie sich an die genauen Vorgaben halten, können Sie hier durchaus einiges einsparen.

Beitragsbild von Daria Shevtsova von Pexels

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